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Versandapotheke gründen

Wie gründet man eine Versandapotheke?

In diesem Artikel möchte ich darlegen, was rechtlich zu beachten ist, wenn Sie Arzneimittel versenden möchten. Die Frage, wie man eine Versandapotheke gründet möchte ich nachfolgend beantworten.

Wer eine Versandapotheke gründen möchte, der muss natürlich zunächst einmal die dafür notwendige Qualifikation aufweisen. Jeder Versandapotheker muss approbierter Apotheker sein. Zudem muss nebst dem Versandhandel auch immer eine Präsenzapotheke vorhanden sein. Das betreiben einer ausschließlichen Versandapotheke ist daher nicht zulässig.

Der Versand der Arzneimittel muss außerdem aus einer „öffentlichen Apotheke“ heraus erfolgen oder zumindest in einer angemessenen Nähe zu den Betriebsräumen der Offizinapotheke liegen.

Nun zur wichtigen Frage:

Wie erhalte ich eine Versandhandelserlaubnis als Apotheker?

Sie müssen lediglich als Apotheker ein formloses Anschreiben an die dafür zuständige Behörden senden, in der Sie eine Erklärung abgeben, dass Sie die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen. Die meisten Behörden halten für den Antrag einen Vordruck bereit. Welche Behörde für die Erteilung der Versandhandelserlaubnis zuständig ist, richtet sich nach dem Recht des jeweiligen Bundeslandes.

Eine Verwaltungsgebühr wird für die Erteilung der Versandhandelserlaubnis für Apotheker fällig. Die je nach Bundesland sehr unterschiedlich sein kann.

Ein Musterformular zur Versandhandelserlaubnis finden Sie hier „klick“.

Die  nachfolgende Anforderungen müssen erfüllt sein, wenn Sie eine Versandapotheke gründen möchten:

Es muss die Möglichkeit bestehen, dass der Patient darüber informiert wird, dass er bei  Problemen bei  der Medikation  Kontakt zu  einem Arzt aufnehmen kann.  Außerdem müssen Sie kommunizieren, dass eine Beratung durch pharmazeutisches Personal erfolgen kann und zwar in deutscher Sprache. Ferner muss eine telefonische Kommunikation zu beratungszwecken zwischen Kunde und Apotheker  bereitgestellt sein. Die Beratung muss kostenfrei sein. Geben Sie auch an, wann Sie für Beratungen erreichbar sind. Geben Sie auch eine E-Mailadresse an oder stellen Sie ein Kontaktformular breit.

Es muss ein System zur Verfügung stehen, welches erlaubt, dass bekannt gewordene Risiken bei Arzneimitteln durch Kunden gemeldet werden können bzw. müssen Versandapotheker dazu in der Lage sein, ihre Kunden bei bekannt gewordenen Risiken angemessen  zu informieren.

Die Arzneimittel müssen ordnungsgemäß verpackt sein und die Übergabe des Pakets muss innerhalb von zwei  Arbeitstagen an das Lieferunternehmen (z.B. Hermes / DHL) erfolgen. das Paket überge. Nur nach persönlicher Absprache ist es zulässig, nach einer Frist von 2 Arbeitstagen zu versenden.

Eine Beeinträchtigung der Qualität und Wirksamkeit darf es durch den Versand nicht geben. Das Versenden von wärmeempfindlichem Arzneimittel ist insbesondere im Sommer problematisch. Durch entsprechende Verpackungen lässt sich dieses Problem jedoch meist lösen.
Zudem darf die Übergabe der versendeten Arzneimittel nur der Person erfolgen,  die von dem Auftraggeber benannt wurden. Das kann eine einzelne Person oder auch ein Personenkreis (z.B. Ehepartner) sein.

Die Pakete müssen außerdem eine Sendungsverfolgung haben und versichert sein. Zudem muss sichergestellt sein, dass eine kostenfreie Zweitzustellung veranlasst wird. Mit letzterem ist gemeint, dass der Paket-Bote ein zweites Mal versucht zuzustellen, wenn er den Empfänger beim ersten Mal nicht antreffen konnte. Tabletten per Post zu verschicken ist demzufolge nur als versichertes Paket mit Sendungsnummer zulässig.

Sie müssen ein Vollsortiment unterhalten und jede Bestellung ausführen. Das gibt auch für den OTC- Bereich.

Beachten Sie auch, dass es Produkte gibt, die Sie als Apotheker nicht versenden dürfen.

Folgende Produkte dürfen Sie nicht im Internet anbieten:

Generell Arzneimittel, bei denen ein Beratungsbedarf besteht, das nur in einem persönlichen Beratungsgespräch erfolgen kann.

Ein Versandverbot besteht bei Arzneimittel, die die  Wirkstoffe Lenalidomid, Pomalidomid oder Thalidomid enthalten.

Generell dürfen Sie Tierarzneimittel nicht versenden. Es sei denn, die Arzneimittel sind ausschließlich zur Anwendung bei Tieren zugelassen, die nicht der Gewinnung von Lebensmitteln dienen.

Fazit:
Die Gründung einer Versandapotheke ist kein Hexenwerk. Auch für  kleinere Apotheken ist die Gründung zu bewerkstelligen.