Medikamente liefern lassen

seit nun 14 Jahren können sich Verbraucher in Deutschland Medikamente liefern lassen. Der Medikamentenversand ist heute für viele Kunden kaum noch wegzudenken. Doch von einigen Apothekerverbenden gab es immer schon Kritik am Arzneimittelversand. Die Gegner wünschen sich ein Verbot von Versandapotheken.

Was sind die Gründe?
Als Hauptargument wird immer wieder die unzureichende Beratung  aufgeführt. Die Apothekenverbenden kritisieren, dass der direkte Kundenkontakt bei den Versandapotheken fehlt. Patienten könnten eventuell nicht richtig informiert werden und etwa bei der Dosierung oder Einnahme von Medikamenten Fehler machen.  Die Bundesvereinigung Deutscher Versandapothekerverbände  versucht gezielt mit der Imagekampagne „Näher am Patienten“  den Kunden zu erreichen und davon zu überzeugen, dass der Versandhandel Nachteile hat. Der Verband setzt dabei auf Empathie und Emotionalität. Man kann jedoch daran zweifeln, ob tatsächlich der Patient im Fokus steht oder doch eher die Interessen von stationären Apothekern bewahrt werden sollen.

Die Befürworter halten dagegen
In 14 Jahren gibt es keine Beweise oder Hinweise darauf, dass der Arzneimittelversand tatsächlich zu mehr Unfällen  im Umgang mit Medikamenten geführt hat. Tatsächlich gibt es immer mehr Patienten, die sich ihre Arzneimittel im Internet bestellen und sich  die Medikamente liefern lassen.

Es gibt in Deutschland strenge Verordnungen und Gesetzte, die den Versandhandel mit Arzneimittel regeln. Ein wichtiges Augenmerk wird dabei auf die informations-und Beratungspflicht gelegt. Onlineapotheken müssen stets ausreichende Informationen über die zum Verkauf stehenden Medikamente bereitstellen. Eigentlich eher ein Vorteil. Schließlich hat der Kunde so die Möglichkeit, bereits vor dem Kauf die Beipackzettel in Ruhe zu lesen.  Des Weiteren gibt es eine gesetzliche Beratungspflicht für den Versandapotheker. Kunden haben einen gesetzlichen Anspruch kostenlos vom Versandapotheker beraten zu werden. Die Beratung erfolgt dann persönlich per Telefon oder schriftlich via E-Mailkommunikation. Der Kunde darf entschieden.
>>Wenn Sie zum ersten Mal Medikamente online bestellen möchten, so empfehlen wir den weiterführenden Artikel Medikamente online bestellen – Was es zu beachten gibt. <<

Außerdem sind Versandapotheker auch immer approbierte Apotheker mit eigenem Ladengeschäft. In Deutschland ist das Betreiben eines ausschließlichen Versandhandels nämlich nicht zulässig.

Der wahre Grund
Apotheken fürchten die unliebsame Konkurrenz aus dem Internet. Arzneimittel von Versandapotheken sind fast immer günstiger, und da wundert es nicht, dass immer mehr Kunden den stationären Apotheken fern bleiben und sich ihre Medikamente liefern lassen. Das setzt den stationären Apotheken natürlich zu. Die Preisintransparenz war und ist für stationäre Apotheker ein großes Plus. Die Preise von Medikamenten könnten vor Ort kaum verglichen werden. Im Internet ist das anders. Hier gibt es die Möglichkeit, die Arzneimittel preislich schnell miteinander zu vergleichen. Kein Wunder, dass sich die stationären Apotheker von den Versandapothekern gestört fühlen.  Für den Apotheker bedeutet dies, er muss ich preislich anpassen und muss auf Gewinnmarchen verzichten. Die Gewinnmarsche von Apothekern ist übrigens überdurchschnittlich hoch. Dies könnte sich in Zukunft durch den Druck der Versandapotheken jedoch ändern.

Medikamente liefern lassen – Die Vorteile

Günstige Preise für Medikamente
Der günstigeren Preise von Arzneimittel ist ein Grund, weshalb sich Patienten Medikamente liefern lassen. Dabei spielt nicht immer der Gedanke „Geiz ist geil“ eine Rolle. Nein, vielmehr liegt es auch daran, dass die gesetzlichen Krankenkassen immer weniger bezahlen oder bezuschussen. Viele Patienten müssen einfach stärker auf den Preis achten. Es wäre höchst bedenklich ärmeren den Zugang zu preiswerten Arzneimittel zu verwehren.

Chronisch kranke Patienten
es gibt in Deutschland immer mehr Menschen mit chronischen Erkrankungen. Dazu gehören zum Beispiel Erkrankungen wie Diabetes, Krebs und Herz- und Kreislauferkrankungen. Solche Patienten haben einen immer wiederkehrenden Bedarf an Arzneimittel. Die Kosten können dann schnell zu Belastung werden.
Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Julia Nill sagte, dass sich der Kauf von Medikamenten aus dem Internet gerade für chronisch kranke Patienten lohne.  Arzneimittel sollten gezeiht im Internet verglichen werden.  Der Preisvergleich kann zum Beispiel über das für Arzneimittel spezialisierte  Preisvergleich-Portal Medizinfuchs vorgenommen werden. Dort können Patienten die Preise für Arzneimittel vergleichen und sich dann vom günstigsten Anbieter die Medikamente liefern lassen.

Immobile Menschen
kranke oder ältere Menschen fehlt es häufig an Mobilität. Für diese Menschen ist es ein Segen, wenn sie sich Medikamente liefern lassen können.  In einer älterwerdenden Gesellschaft, ein immer wichtiger werdender Punkt.

Patienten mit Spezialmedikamenten
Einige Patienten brauchen Medikamente aus Spezialapotheken. Diese sind nicht flächendeckend zu finden.  Sie sind daher auf den Versand angewiesen. Weil die benötigten Arzneimittel nicht in ihrer Nähe zu beziehen sind, wollen sich die Patienten ihre Spezial- Medikamente liefern lassen.

Patienten in sehr entlegenen Regionen
auch das gibt es in Deutschland. Patienten, die in sehr entlegenen Regionen leben. Gerade in sehr ländlich geprägten Gebieten in Ostdeutschland kennt  man das Problem. Es gibt einen Mangel an Apotheken. Häufig rentiert sich die Ansiedlung von Apotheken in kleinen Dörfern nicht.  So kommt es zur Unterversorgung mit teils kritischen Problem. Viele Patienten sind dann froh, dass sie sich ihre Medikamente liefern lassen können.

Bequemlichkeit
Etwas aus Bequemlichkeit zu tun, hat schon fast einen verwerflichen Beigeschmack. Aber das sollte es nicht. Nicht wenige Menschen wollen sich ihre Medikamente liefern lassen, da die Zeit einfach fehlt. Job und Familie muss heutzutage vereint sein.  Zeit ist daher ein knappes Gut. Es ist daher mehr als verständlich, dass man sich aus Bequemlichkeit Medikamente liefern lassen möchte. Schließlich gibt es wichtigeres als gehetzt durch die Innenstadt zu hetzen.

Verfügbarkeit
Wer kennt das nicht? Nach einem Arztbesuch wird ein Rezept ausgestellt, sodann soll das Rezept in der Apotheke eingelöst werden.
Nicht selten ist dann das Medikament nicht verfügbar oder man bekommt ein Arzneimittel von einem anderen Hersteller „aufgeschwatzt“.  So muss der Patient das Medikament bestellen und am nächsten Tag das Medikament abholen.  Das ist stressig und nervig obendrein. Dieses Problem gibt es bei den Versandapotheken nicht. Patienten können das Rezept einlösen und sich die Medikamente liefern lassen.