Warum Kokosöl ungesund ist

By Jörn / 10. August 2018

Ist Kokosöl ungesund?

Kokosöl gilt als das Superfood schlechthin. Als Superfoods werden Nahrungsmittel bezeichnet, denen einen besonders hohen gesundheitlichen Nutzen zugeschrieben wird. Von Stars gehypt ist es fast schon ein Trend und Lifestyle- Produkt, auf das niemand verzichten sollte und überaus gesund ist. So suggerieren uns Blogger, Instagrammer und die Werbung. Doch was steckt eigentlich hinter dem angeblich so gesunden Kokosöl.

Ist Kokosöl wirklich gesund?

Nein! „Kokosöl ist eines der ungesündesten Lebensmittel, die Sie zu sich nehmen können“.. weiter heißt es: Es gibt keine einzige Studie am Menschen, die irgendeine positive Wirkung von Kokosöl zeigt. Kokosöl ist gefährlicher als Schweineschmalz!

So Frau Prof. Dr. Dr. Karin Michels aus ihrer Vortragsreihe „Prävention – für ein gesundes Leben“ des Instituts für Prävention und Tumorepidemiologie. Die Veranstaltung fand am Universitätsklinikum Freiburg statt. (Den vollständigen Vortrag als Video finden Sie am Ende dieses Artikels)

Ist Kokosöl wirklich ungesünder als Schweineschmalz?

Ja, Kokosöl hat 95 % gesättigte Fettsäuren und damit mehr als Schweineschmalz.

Was macht Kokosöl so ungesund?

Kokosöl enthält fast keine essentiellen Fettsäuren, welche der Mensch braucht. Hingegen große Mengen an ungesunden gesättigten Fettsäuren. Gesättigte Fettsäuren verstopfen die Herzkranzgefäße und erhöhen dadurch das Herzinfarktrisiko deutlich.

Warum aber wird Kokosöl als so gesund propagiert?

Das Geschäft mit den sogenannten Superfoods ist heute ein Milliarden-Business. Für Reformhäuser, Onlinehändler und Produzenten sind solche Nahrungs und Ernährungstrends ein Geldsegen. Konsumenten sind dafür bereit viel Geld für die als so überaus gesund angepriesenen Lebensmittel auszugeben. Genauso wie Modetrends haben die Superfoods häufig ihren Ursprung in den sozialen Medien. In den sozialen Medien gibt es sogar für den Bereich Nahrungsmittel, die sogenannten Foodblogger. Sie berichten über neue Trends und lassen sich nicht selten ihre“Empfehlungen“ bezahlen. Auch werden Stars wie Models und Schauspieler bezahlt, wenn sie Produkte auf ihren Instagram oder Facebook Seiten veröffentlichen. Von dort aus verbreiten sich solche Superfood-Trends wie ein Lauffeuer.

Auch die Recherche im Internet ist problematisch. Gibt man zum Beispiel bei google „Kokosöl“ ein, so wird einem auf dem ersten Platz die Seite „Kokosöl.info“ angezeigt. Die Seite wirbt mit dem Werbetext „Unabhängiger Ratgeber rund um das wertvolle Kokosöl„. Der Anbieter erscheint seriös und unabhängig. Tatsächlich wird das Produkt mit Affiliate-Anzeigen von Amazon vermeintlich beworben. Affiliate-Anzeigen sind Werbeanzeigen, bei dem der Webseitenbetreiber eine Verkaufsprovision bekommt, wenn jemand auf die Werbeanzeige klickt und bestellt. Das Internet ist voll von solchen angeblichen Infoseiten. Auch weitere „Gesundheitsratgeber“ wie „Zentrum der Gesundheit stehen in der Kritik ( Siehe den Artikel der Berliner Morgenpost vom 26.02.2018  „Das Online-Geschäft mit dubiosen Gesundheitstipps„).

Amerikanische Herzgesellschaft warnt vor Kokosöl

Die amerikanische Herzgesellschaft warnt sogar nun in einem offiziellen Statement vor dem Konsum von Kokosöl. Die amerikanische Herzgesellschaft gilt als weltweit führende Wissenschaftsgesellschaft für Ernährungsempfehlungen.

Dabei ist die Erkenntnis nicht neu. Schon seit langem ist wissenschaftlich unumstritten, dass gesättigte Fettsäuren ungesund sind.

Nachfolgend geben wir ihnen einen Überblick über die verschiedenen Fette und eine Empfehlung.

Welche Fette gibt es?

Es gibt gesättigte Fettsäuren, ungesättigte Fettsäuren und Transfette. Schlechte Fette sind gesättigte Fettsäuren und Transfette. Von denen sollten wir möglichst wenig aufnehmen.

Schmalz, Kokosfett, Butter und Palmfett enthalten viele gesättigte Fettsäuren und sind daher nicht empfehlenswert. Wobei Butter wenigstens noch Vitamine und andere Vitalstoffe enthält.

Bei den Transfetten handelt es sich um künstlich gehärtete Fette. Sie sind zum Beispiel in Pommes enthalten oder in Lebensmittel, die besonders knusprig gemacht werden. Teilweise gibt es auch Margarine mit einem hohen Gehalt an Transfetten. Diese werden teils hinzugefügt um die Margarine fester zu machen. Ein Grund, weshalb Margarine schon einmal in der Kritik stand. Viele Hersteller haben daher umgeschwenkt und geben keine Transfette mehr hinzu. Transfette sollten gemieden werden. Sie gelten als noch gesundheitsschädlicher als gesättigte Fettsäuren.

Gesund hingegen sind ungesättigte Fette. Die ungesättigte Fette werden in „Einfach ungesättigte Fette“ und „Mehrfach ungesättigte Fette“ unterteilt.

Zu den „Einfach ungesättigten Fetten“, auch Omega 1 genannt, gehören Rapsöl oder Olivenöl. Diese Öle sind zum erhitzen geeignet. Achten Sie bei der Verwendung von Öle zum erhitzen immer auf den Rauchpunkt. Er gibt an, bis auf welche Temperatur das Öl maximal erhitzt werden sollte. Kaltgepresstes Olivenöl sollte nicht über 130 bis 170 Grad erwärmt werden. Raffiniertes heißgepresstes Olivenöl darf hingegen auf gut 220 Grad erhitzt werden und kann daher auch zum Braten genutzt werden.

Mehrfach ungesättigte Fette“, auch Omega 3 genannt, finden sich in Fischöl oder Leinöl. Diese Öle sollten jedoch nicht erhitzt werden und sind zum Beispiel für die Zubereitung von Kaltspeisen gut verwendbar. Die Omega 3 Fette sind aus gesundheitlicher Sicht besonders wertvoll.

Zu den ebenfalls guten „Mehrfach ungesättigten Fette“ gehören auch die Omega 6 Fette. Es befindet sich in Sonnenblumenöl, Distelöl, Sojaöl und Kürbiskernöl. Diese Fette sind zwar gänzlich nicht als ungesund zu bezeichnen, jedoch sollte das Verhältnis zwischen der Aufnahme von Omega 3 und Omega 6 stimmen. Es sollte immer etwas mehr Omega 3 Fettsäuren aufgenommen werden als Omega 6 Fettsäuren.

Unsere Empfehlung:

Nutzen Sie zum Braten also lieber heimisches Rapsöl und für die Zubereitung von Kaltspeisen Leinöl. Hierbei handelt es sich nicht nur um weitaus billigere Öle, sondern auch um Öle mit reichlich gesunden Fetten. Vermeiden Sie hingegen Transfette und gesättigte Fettsäuren. Streichen Sie also am besten gleich das Kokosöl aus ihrem Speiseplan. Die Wahrheit ist: Kokosöl ist ungesund!