Schizophrenie Erkennen und behandeln

By Jörn / 7. Mai 2018

jedes Jahr wird in Deutschland bei 13.000 Menschen eine Schizophrenie neu diagnostiziert. Im Schnitt erkrankt einer von hundert im Laufe seines Lebens daran.  Mit rund 800.000 Betroffenen ist Schizophrenie fast schon eine Volkskrankheit.

Es ist eine Krankheit, die vielen enorm Angst macht, da der Bezug zur Realität verloren geht.

Quelle: obs/Janssen-Cilag GmbH

Das Pharmaunternehmen Janssen Deutschland hat nun eine Kampagne gestartet um die Menschen für die Krankheit zu sensibilisieren. Das zu  Johnson & Johnson gehörige Unternehmen möchte mit  Dr. Maximilian Schuier, Direktor des medizinischen Fachbereichs Psychiatrie informieren und aufklären. Es geht darum die Menschen für das Thema Schizophrenie zu sensibilisieren.  Mit der Kampagne „Ich sehe was, was du nicht siehst“ soll auf die Symptome aufmerksam gemacht werden und außerdem dabei helfen, Vorurteile abzubauen und einer Stigmatisierung und Ausgrenzung betroffener Personen entgegenzuwirken. In Hamburg, Köln, Berlin und Düsseldorf wurden daher ab dem 01. Mai verschiedene Motive an Bahnhöfen präsentiert

Was ist Schizophrenie?
bei der Schizophrenie handelt es sich um eine „endogenen Psychose“. Endogen bedeutet,  dass es keine erkennbaren körperlichen Ursachen gibt. Als Psychose werden verschiedene Symptome wie Realitätsverlust und Wahnvorstellungen  zusammengefasst.

Was sind die häufigsten Symptome bei Schizophrenie
Betroffene hören Stimmen oder sehen Dinge, die nicht real sind. Manche fühlen sich auch verfolgt und leiden an akutem Verfolgungswahn. Andere wiederum glauben, dass sich alle Menschen gegen sie verschworen haben.  Es sind Ausprägungen von Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Die Symptome sind teils sehr unterschiedlich.

Was sind Wahnvorstellungen?
Darunter fallen abwegige und unrealistische Gedanken. Betroffene fühlen sich zum Beispiel verfolgt oder glauben sie hätten übermenschliche Fähigkeiten. Des Weiteren fühlen sich manche durch eine höhere Instanz wie etwa durch Gott oder die Regierung kontrolliert.

Was sind Halluzination?
es handelt sich hierbei um Wahrnehmungsstörung. Betroffene hören Stimmen zum Beispiel von verstorbenen Personen, Engeln oder Dämonen. Problematisch wird es, wenn diese Stimme Befehle erteilen. Für die Betroffenen sind diese Stimmen absolut real und daher auch sehr beängstigend.

Typisch sind auch Denk- und  Sprachstörungen. Betroffene wirken zerstreut und haben Konzentrationsschwierigkeiten. Der Sprachfluss kann gestört sein. Dies wirkt sich durch ein sehr langsames oder schnelles sprechen aus. Wörter werden erfunden und Sätze können nicht mehr richtig gebildet werden.

Emotionale Störungen können auftreten. In der Medizin wird von der Flachheit des Affekts gesprochen. Die Mimik bleibt bei den Erkrankten nahezu unverändert. Es erfolgt kein emotionaler Gesichtsausdruck mehr oder es werden unangebrachte emotionale Reaktionen gezeigt. So wird etwa bei einem positiven bzw. freudigen Ereignis, mit Trauer reagiert.   

Behandlung von Schizophrenie
Die Behandlung von  Schizophrenie erfolgt in der Regel mit Psychopharmaka. Häufig werden Neuroleptika verschieben. Die Medikamente sollen die Wahnvorstellungen und Halluzinationen reduzieren.  Neuroleptika werden zu meist nur temporär verordnet.  Wie lange, hängt jedoch sehr stark vom Einzelfall ab. Bei längerer Einnahme mit hoher Dosierung kommt es häufig zu bleibenden Schäden. Typische revisibele Nebenwirkungen sind Gesichtszucken oder ein auffällig steifer Gang. Ferner treten nach der Einnahme von mehr als sechs Monate Entzugserscheinungen auf.  Neuroleptika sind nicht unumstritten.  Bekleidet wird zumeinst noch eine Psychotherapie durchgeführt. Dadurch sollen die Betroffenen lernen mit den Ängsten umzugehen.

Es gibt unterschiedliche Ausprägungen im Schweregrad der Krankheit. Teils ist eine stationäre Behandlung erforderlich. In vielen Fällen werden die Patienten jedoch ambulant behandelt. Manche Erkrankte können zwar ambulant behandelt werden, jedoch kann es sein, dass  sie Hilfe im Alltag benötigen, da alltägliche Dinge nicht mehr zu meistern sind.


Ursache von Schizophrenie
zunächst muss verstanden werden, wie das Gehirn funktioniert. Das menschliche Gehirn besteht aus über 96 Milliarden Nervenzellen. Sobald eine Nervenzelle einen Reiz empfängt,  entsendet sie einen Bodenstoff ab. Den sogenannten Neurotransmitter.  Dazu gehört etwa Dopamin, Serotonin oder GABA. Die Neurotransmitter machen sich auf den Weg und gelangen in einen Spalt. Der Spalt wird als synaptischer Spalt bezeichnet. Er liegt zwischen der entsendeten und empfangenen Zelle. Hier dockt der Bodenstoff an. Anschließend gelangen die Neurotransmitter wieder in die Ursprungszelle zurück.

Mediziner gehen davon aus, dass bei einer Psychose der Bodenstoff Dopamin eine große Rolle spielt. Es wird angenommen, dass die Nervenzellen überreagiern und überschnell den Bodenstoff Dopamin entsenden. Daher hemmen typische Neuroleptika das Andocken des Dopamins an die Empfängerzelle. Man spricht auch von einer sogenannten Stoffwechselerkrankung.  Wie eine Schizophrenie entsteht, ist bis heute nicht abschließend geklärt.

Kinder schizophrener Patienten haben ein deutlich höheres Erkrankungsrisiko. Gut 50 Prozent zeigen psychische Auffälligkeiten und  bei 12 Prozent wird ebenfalls eine Schizophrenie diagnostiziert.  Die genetische Vorbelastung durch Vererbung spielt also eine gewisse Rolle.

Wie wird Schizophrenie diagnostiziert?
die Diagnose erfolgt durch Gespräche und körperliche Untersuchungen. Wobei letzteres durchgeführt wird, um mögliche andere Ursache auszuschließen. Auch körperliche Erkrankungen können Symptome einer Schizophrenie auslösen. Dazu gehören verschiedene neurologische Erkrankungen  und Schädel-Hirn-Traumata oder Hirntumore. Ferner können die Symptome auch durch den Konsum von Drogen hervorgerufen werden.

Wird eine Schizophrenie diagnostiziert, erfolgt die Einteilung der Krankheit in verschiedene Untertypen. Als Subtypen gibt es die: Paranoide, hebephrene, katatone oder undifferenzierte Schizophrenie sowie Schizophrenia simplex.

Paranoide Schizophrenie
es ist der häufigste Schizophrenietyp. Typisch sind bei dieser Ausprägung Wahnvorstellungen. Betroffene fühlen sich verfolgt oder hören Stimmen.

Hebephrene Schizophrenie
bei diesem Subtyp treten vordergründig Gefühlswallungen auf. Die Stimmung kann zwischen apathisch und  getrieben wechselt. Viele Patienten sind desorganisiert und können alltägliche Dinge nicht mehr meistern. Manche wissen zum Beispiel nicht mehr, für was ein Stift oder Glas gebraucht wird. Zudem ist eine ausgeprägte soziale Behinderung festzustellen.

Katatone  Schizophrenie
bei dieser Unterform kommt es vorwiegend zu emotionalen Veränderungen. Massive Konzentrationsschwierigkeiten und emotionales auffälliges Verhalten treten auf. So kann es passieren, dass betroffene bei einer Beerdigung plötzlich anfangen zu lachen, da sie die Situation lustig finden. Nicht selten kommt es auch zusätzlich noch zu Wahnvorstellungen und Stimmenhören.

Undifferenzierte Schizophrenie
Bei dieser Ausprägung lässt sich die Symptomatik keinem Subtyp zuordnen.

Schizophrenia simplex
diese Form unterscheidet sich recht deutlich von den anderen Subtypen. Die Krankheit betrifft ausschließlich Erwachsene. Sie ist schleichend und die Krankheit schreitet langsam fort. Es geht ein Verlust der intellektuellen Leistungsfähigkeit einher. Von außenstehenden werden die Betroffenen häufig als Merkwürdig wahrgenommen.  Paranoide Symptome und Halluzinationen gehen mit Schizophrenia simplex nicht einher. Die Krankheit ist sehr schwer zu diagnostizieren und die  Selbstmordrate unter den Betroffenen ist sehr hoch.

Ist Schizophrenie heilbar?
Es spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, ob Schizophrenie heilbar ist oder nicht. Bei gut 20 Prozent der Betroffenen erleben nur temporär einen Schub. Daher, die Krankheit verschwindet wieder. Andere wiederum haben eine dauerhafte Schizophrenie. Typisch ist auch eine Remission. In diesem Fall treten abgeschwächte oder gar keine Symptome, teils über mehrere Jahre nicht mehr auf. Durch Medikamente und alternative Behandlungsmöglichkeiten lässt sich jedoch heute mit der Krankheit gut leben.

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